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 UNIVERSIADE 2011 IN SHENZHEN - EINE REISE IN EINE ANDERE WELT...  (von Alex Flemming, 11. Sept. 2011)
Die Universiade ist nach den Olympischen Spielen das größte Multisport-Event der Welt. Nur Studenten bis zu einem Höchstalter von 27 Jahren, die die nationalen - durchaus harten -  Nominierungskriterien erfüllen, dürfen daran teilnehmen. Die deutschen Tischtennisspieler, welche zum Kreis der glücklichen Teilnehmer zählten, waren Irene Ivancan, Katharina Michajlova, Lennart Wehking, Hermann Mühlbach und meine Wenigkeit.

Voller Ungewissheit machte ich mich auf meine erste Reise, die mich außerhalb  Europas  brachte.   Zwar  hatten  mir   Lennart  und   Nico  Christ
bereits gesteckt, dass die Teilnahme ein überragendes Erlebnis im Leben sei, doch trotzdem hatte ich ein etwas mulmiges Gefühl, da China bisher nicht zum engeren Kreis meiner favorisierten Urlaubsländer zählte.
Über den 14-stündigen Flug nach Hongkong kann ich mich kaum beklagen. Mit rund 35 weiteren deutschen Sportlern vergeht die Zeit eben ruck-zuck. In Hongkong bemerkten wir plötzlich das Ausmaß der Veranstaltung: Nachdem wir schnell unser "Priority-Gepäck" geholt hatten, änderte sich unser Leben für 13 Tage. Übergroße Universiade-Banner schmückten den  gesamten 3. Einreise-, Ausreise,- und

 - oben: das deutsche Team, von links
   Del.-Leiterin I.Lenze, K.Michajlova,
   L.Wehking, H.Mühlbach, A.Flemming
 - oben rechts: auf dem Weg zur
   Eröffnungsfeier
 - rechts: die deutsche Mannschaft
   genießt die tolle Stimmung
 - unten rechts: Alex vorm Blumenlogo

Zollstationen gab es eigene Universiade-Terminals, die von der einheimischen Bevölkerung (welche sich an meterlange Schlangen anstellen mussten) nicht benutzt werden durften. Schief gehen konnte nichts, denn überall waren Dutzende der 160000 (!!!) Volunteers, deren Aufgabe es war, sich um das Wohlbefinden der 8000 Athleten zu kümmern. Unsere Aufgabe hingegen war es nur, zu machen, was uns freundlichst erklärt wurde, uns danach anständig zu bedanken und evtl. noch für ein kleines Erinnerungsfoto zu grinsen.

Das erste Highlight war definitiv das Eintreffen in das eigen für die Universiade gebaute Universiadedorf. Wir bezogen ein Haus zusammen mit den Schweizern und Serben. Alle Zimmer waren mit Klimaanlagen bestückt, die den Aufenthalt  bei  Außentemperaturen  von  28°C - 35° C  und  unerträglich  hoher  Luftfeuchtigkeit  deutlich angenehmer
machten. Unser nächster "wichtiger" Weg war der Gang in die unbeschreibliche Mensa, die den Athleten 24 Stunden am Tag frisches Essen, passend zu jeder Esskultur, bereit stellte. Sollte doch einmal nichts den Geschmack der verwöhnten Sportler treffen, konnte man sich immer im hauseigenen, kostenlosen McDonalds bedienen lassen.
Es mangelte uns also an nichts. Dies wird auch deutlich, wenn man sich das deutsche Team mal genauer anschaut: zwei Ärzte, 10 Physiotherapeuten und ein Psychologe kümmerten sich sowohl um unsere körperliche als auch mentale Gesundheit. Für etwas Beistand von "Oben" waren sogar zwei Pfarrer mitgereist.
Da wir sechs Tage vor Beginn der Spiele anreisten, hatten wir genug Zeit um uns in Form zu bringen, die Stadt zu erkunden und uns an das Klima zu gewöhnen. Der Jetlag blieb bei uns allen aufgrund der großen Euphorie und den unbeschreiblichen Eindrücken sowieso komplett aus.    >weiter lesen...  erstes Training - Eröffnungsfeier...

 - 12-tägige Veranstaltung mit
   Wettkämpfen in 24 Sportarten
 - 152 Nationen am Start
 - 12000 Teilnehmer, 8000 Sportler
 - Eröffnungsveranstaltung vor
   25000 Zuschauern



Nun begann der ernste Teil:  Der Wettkampf.
Aufgrund der guten Vorjahresergebnisse, wurden wir im Teamwettbewerb auf Position drei gesetzt und steckten uns das hohe Ziel mit einer Medaille heimzukehren. In der Gruppe konnten wir dabei Libanon und Vietnam mit 3:0 bezwingen.  Doch  dann  sollte  auch  schon  Endstation  sein.  Ehrlich  gesagt  waren  wir mit  unserem Achtelfinallos
- Ungarn - zufrieden. Zwar wussten wir, dass David Zomborie ein starker Spieler ist und in seiner Jugendzeit in Europa ganz vorn mitmischte, doch wir dachten, mit einem leichten Vorteil ins Rennen zu gehen. Trotz der 1:0 Führung nach einem knappen Sieg von Lennart, konnte danach keiner von uns Dreien - weder im Doppel, noch im Einzel - sein Leistungspotenzial abrufen und wir gaben das Achtelfinale unglücklich mit 1:3 ab.
Für Frust gab es allerdings nicht viel Zeit, bereits 2 Tage später begannen Einzel, Doppel (Lennart und ich) und Mixed (Hermann und Katharina). Außerdem hatten wir nun auch mal die Zeit uns andere Sportarten anzuschauen, also entspannten wir in der Badmintonhalle und im Leichtathletikstadion bis für mich die Botschaft kam, bei der ich nicht wusste, ob ich fluchen oder mich freuen sollte:
Ich hatte die "Ehre" gegen Shang Kun, einen sehr starken Chinesen, bereits in der Gruppenphase zu spielen. An sich eine schöne Sache, wäre nicht das Problem, dass aus jeder Dreiergruppe nur der Erste direkt in das
Hauptfeld rückt und aus allen 37 Gruppenzweiten nur 11 Lucky-Loser gelost werden, die weiter ins Geschehen eingreifen dürfen. Das erste Spiel bestritt ich gegen den US-Amerikaner Chance Friend. Trotz einiger kleiner Schwierigkeiten in den Sätzen eins und zwei, konnte ich Friend mit 3:0 in die Schranken weisen.
Am folgenden Tag kam dann mein großer Auftritt. Am Center Court durfte ich gegen Shang Kun mein Können den 6000 Zuschauern in der Halle und Millionen Chinesen an den Fernsehgeräten zeigen. Das Spiel wurde live vom chinesischen Sport-Sender CCTV 5 übertragen.   >weiter lesen...

 
 - oben: das Universiadefeuer
 - oben rechts: tolle Zuschauerkulisse
   bei den Tischtennis-Wettbewerben
 - mitte und unten rechts:
   Alex und Hermann live im
   chinesischen Fernsehen